#MonteOnTour – Die Alemannenschule in Wutöschingen

Wenn man sich auf den Weg der Schulentwicklung begibt, und eine Idee im Hinterkopf hat, dann sucht man nach Vorbildern und Inspiration. Nach Menschen, in diesem Fall Schulen, die schon die ersten Schritte, oder sogar einen Teil des Weges gegangen sind, und von ihren Erfahrungen berichten. Eine solche Schule ist für mich die Alemannenschule in Wutöschingen. Seit drei Jahren möchte ich diese nun besuchen, da mich nicht nur das Raumkonzept fasziniert hat, sondern auch das Mindset von Kollegium und Schulleitung, alle Beteiligte hatten und haben den Mut, eingefahrene Wege zu verlassen, bisheriges zu hinterfragen und Risiken einzugehen. Dieser Mut wird durch hohe SchülerInnenzahlen, überdurchschnittlich erfolgreiche Schulabschlüsse und mit dem Deutschen Schulpreis belohnt.

Im Februar 2020 sollte nun auch ein Besuch bei mir klappen. Im Gepäck hatte ich nicht nur Spannung, Neugier und hohe Erwartungen, sondern auch fünf weitere Kolleginnen bewaffnet mit Hausschuhen.

Auf Grund der hohen Nachfrage, bietet die Schule montags ein spezielles Besucherprogramm an. Was uns an diesem Montagmorgen sofort aufgefallen ist, jede/r Lernpartner/in, die uns begegnet, grüßt uns freundlich – Das wird über den gesamten Tag auch so bleiben. Selbst das Schwarze Brett kündigt uns an.

Mit den anderen Besuchern bekamen wir zunächst einen informativen Vortrag mit allgemeinen Informationen zu der Entwicklung der Alemannenschule – inklusive technischer Schwierigkeiten, die die Schule aber noch sympathischer macht. Im Anschluss begann die Schulführung, auf die ich mich am meisten gefreut hatte, denn lassen sich Konzepte und Schulcurricula gut lesend erfahren, muss man Räume doch mit allen Sinnen erfahren. (Vielleicht gibt es ja bald eine VR-Tour durch die Schule?)

Viele Bereiche der Schule wirken wie ein modernen Workingspace. Die Input-Räume verfügen beispielsweise über ovale Stehtische, die ganz klar den Fokus auf ein gemeinsames Lernen, ohne frontale Zentrierung setzen. Überall finden sich kleine Sitzgelegenheiten, Rückzugsorte und Treffpunkte, die Kooperation und Kollaboration zwischen den LernpartnerInnen ermöglichen. Vorhänge können zugezogen werden, sie sind förderlich für eine angenehme Akustik, unterteilen den großen Raum aber auch optisch.

Wenn man durch die Schule läuft, kann man die Evolution dieser förmlich mitverfolgen. Von den Anfängen der Lernateliers bis zur aktuellen Version, dem weißen Lernhaus, in dem ein Teil der LernpartnerInnen und LernbegleiterInnen ihre individuellen Arbeitsplätze haben.

Dort traf ich auch auf Valentin Helling, der dort Lernbegleiter ist und den ich bereits über Twitter kennenlernen durfte. Ich freue mich immer sehr, wenn ich solch offene und sympathische Menschen außerhalb von sozialen Netzwerken treffe.

Mit dem geplanten Erweiterungsbau für die Gymnasiale Oberstufe setzt sich die Evolution des Raumes bald fort und man kann gespannt sein, wie diese Räume dann live wirken werden. Die Pläne für den Neubau sind bereits vielversprechend.

In all diesen unterschiedlichen Räumen blieben uns die Ruhe, das angenehme Lernklima und die selbständig arbeitenden LernpartnerInnen in Erinnerung. In der Montessori-Pädagogik würde man jetzt von der Polarisation des Kindes sprechen, das konzentriert seiner Aufgabe nachgeht und diese zielstrebig verfolgt, ohne sich von einer Besuchergruppe ablenken zu lassen.

Den Besuch rundetet ein Treffen mit dem Schulleiter Stefan Ruppaner ab. Er erzählte von seinen Erfahrungen und wir hatten ausreichend Zeit, unsere Fragen zu stellen und sein Mindset zu erleben.

Wir haben uns dann mit unserem aktuellen Jahresbericht verabschiedet und eine Einladung für einen Gegenbesuch bei uns in Herzogenaurach ausgesprochen, denn wie wir erfahren haben, gibt es noch Entwicklungspotenzial in der Primarstufe 😉 Wir würden uns freuen!

Leider durften wir während des Besuches keine Bilder machen, aber sowohl auf der Homepage, als auch in diesem Apple Book, finden sich tolle Bilder, die Lust auf einen Besuch machen. Es lohnt sich, da wir jetzt mit vielen Ideen wieder zuhause angekommen sind und uns in den nächsten Wochen treffen werden, um zu besprechen, was wir davon angehen möchten/können/wollen.

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