Die Handygarage – Das Anti-Symbol zeitgemäßer Bildung?

Bei Twitter bin ich auf eine Diskussion zum Thema „Handygarage“ gestoßen und der Grundtenor war, dass diese in einer zeitgemäßen Bildung nichts zu suchen hätte. Ich sehe das anders, kann aber auch die ablehnende Haltung nachvollziehen, da das „Alcatraz für Handys“ meist für die komplette Verbannung des Smartphones aus dem Unterricht steht. Der Einsatz von Handygaragen kann aus meiner Sicht jedoch didaktisch sinnvoll im Unterricht integriert werden.

Hier ein Beispiel aus meinem Schulalltag:

In der Montessori-Pädagogik nimmt die vorbereitete Umgebung eine wichtige Stelle ein. Der Raum ist den Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen angepasst und die Basis für die Freiarbeit, die das selbstständige Lernen anregt. Bei der Ausstattung der Klassenräume gibt es ganz klar Unterschiede zwischen den Klassenstufen, die in diesen arbeiten und lernen.
Ab der 7. Jahrgangsstufe setzen wir seit vergangenem Schuljahr ein BYOD-Konzept mit Smartphones um (aktuell erweitern wir mit Tablets). In den Räumen der Jahrgangsstufen 7/8 und 9/10 finden sich Handygaragen. Diese hängen direkt über dem Regal mit den Klassenlaptops.
Möchte ein Schüler eine Arbeit mit Laptop oder Smartphone durchführen, so bespricht er sein Vorhaben mit einer Lehrkraft und bekommt entsprechend die Nutzungserlaubnis oder einen Hinweis, dass sein Vorhaben mit einem anderen Material besser zu realisieren ist.
Neben digitalen Geräten, stehen den Schülern im Klassenraum Fachbücher, Montessori-Materialien, erstellte Skripte, Zeitschriften uvm. zur Verfügung. Ähnlich wie Bücher, die nach Benutzung wieder an die vorherige Stelle im Regal wandern, kommen Smartphone und Laptop auch an ihren Platz zurück.
Aber auch bei uns wird die Handygarage manchmal zum Handygefängnis, denn es gibt immer wieder Schülerinnen und Schüler, die sich nicht an die Regeln zur Benutzung von Smartphones halten. Dann bleibt dieses auch mal für einen Tag in der Garage und die Pädagogen haben einen leichteren Überblick über die Einhaltung der Vereinbarungen.
Somit ist bei uns die Handygarage nur zu bestimmten Zeiten voll besetzt, denn die Smartphones unserer Schüler sollen während der Schulzeit zum Einsatz kommen.

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